06.07.04
Empfang an der Schule
Montagabend erreicht mich noch ein "mysteriöser" Anruf von einer
Schülermama, dass ich am folgenden Dienstag statt direkt in die Grundschule,
an den Sportplatz von Übersee kommen soll. Dort erwartete mich dann eine
grandiose, mir fast ein bischen peinliche Überraschung: Vom Sportplatz weg
holte mich doch glatt die Überseer Feuerwehr ab. Anschließend fuhren wir mit
Sonderrrechten (="Tatü-tata") in den Pausenhof der Schule ein, wo alle
Schüler und Lehrer der Grund- und Hauptschule Übersee standen, selbst
bemalte Plakate hochhielten und klatschten. Bürgermeister und Presse, samt
Radio Chiemgau waren auch noch anwesend. Ein Empfang, wie man ihn sonst aus
dem Fernsehen von Ricco Gross kennt, wenn er nach Ruhpolding zurückkehrt,
nachdem er mal wieder eine Medaille bei irgendeiner WM abgestaubt hat.

Naja bei mir war's ja immerhin neben dem 4. Gesamtrang bei der gleichzeitig
eingebundenen Deutschen Meisterschaft der 3. Platz auf dem Stockerl. Und bei
Harald, das haben wir in der Wettkampfanalyse vorgestern vergessen zu
erwähnen sprang neben dem 15. Gesamtrang immerhin der Deutsche Meistertitel
bei den 35-40jährigen "als Nebenprodukt" heraus!

In der Aula gab es dann eine Rede vom Schulleiter und ein super süßes
Gedicht meiner Klasse. Sie überreichten mir 28 kleine Windräder, ein großes
Windrad und einen riesigen Blumenstrauß. So etwas hatte ich noch nie erlebt
!! Das war Klasse !!! Ich war gerührt.
Hier das Gedicht:
Lauf Heike lauf
Der Triathlon in Roth dir einen guten Platz beschert,
drum bist du uns jetzt ein paar Verse wert.
Schwimm Heike schwimm
Du bist aus ganz besonderem Holz,
deshalb sind wir auf dich stolz.
Radl Heike radl
Schwimmen im See, Radfahren in die Schule und laufen nach
Haus
ist für dich gewiss kein Graus.
Renn Heike renn
Der Triathlon besteht nicht nur aus Rechnen, Diktieren und
trainieren
du musst mit uns auch auf den Spielplatz spazieren.
Schwimm Heike schwimm
Der Schulsport mit dir macht reichlich Freud´,
das wissen hier fast alle Leut´.
Radl Heike radl
Sport war schon immer dein Leben,
es gelingt dir auch uns Kindern was davon zu geben.
Drum steht deine ganze Klasse hier
und möchte gratulieren hier.
Renn Heike renn
Neue Sportarten haben wir uns für dich ausgedacht:
Buchstechen, U-Hacklschießen und Wassertreten im Bach,
bei diesen Disziplinen machen wir alle gerne mit,
das hält uns bei Laune und ziemlich fit !
Schwimm Heike schwimm
Man hat den Eindruck: zuviel wird es dir nie,
trotz Harald, Frederic, Marc und Anna-Marie.
Selbst bei deinen Trainingseinheiten sind sie da, um dich zu
begleiten.
Radl Heike radl
Dass es dich immer vorwärts bringt,
dafür wünschen wir dir stets anständigen Rückenwind.
Renn Heike renn
Und wird´s dir mal zuviel beim Triathlon,
dann steig doch um auf Biathlon.
Herzlichen Glückwunsch !
Mein
Schulleiter, ich und der Bürgermeister von Übersee
Die Kinder waren ganz begeistert, da sie sich gestern noch im Radio hören
konnten. Richtig süß !!
Heute musste ich gleich mein Versprechen einlösen und mit der Klasse auf den
Fußballplatz gehen. Dort haben sie sich erst einmal ausgetobt, während ich
zwischen Brennball- und Fußballspiel hin und her geschlichen bin.
05.07.04 Das
Rennen
Erstmal vorab: Vielen lieben Dank für eure Begleitung auf unserem
langen Weg nach Roth, jetzt wo wir das Ziel erreicht haben. Wir haben in
Roth viele Leute getroffen, die regelmäßig unsere Homepage besuchen. Das
macht richtig Spaß. Leider hat man nie so viel Zeit sich ausführlich zu
unterhalten. Vor dem Rennen ist man im Stress und nach dem Rennen total
fertig. Aber es ist trotzdem einfach ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man
-zumindest im ideellen Sinne- nicht ganz alleine so einen Wettkampf
bestreitet, sondern dass da draußen irgendwo noch etliche Leute sind, die
Anteil nehmen, mitfiebern und die im Alltag meist vor der Bewältigung
derselben Probleme stehen, wie wir. Diesen eigentlich wunderschönen Sport
mit gewissem Ehrgeiz zu betreiben und dabei trotzdem möglichst die Familie
nicht zu vernachlässigen und auch im Beruf "seinen Mann respektive Frau" zu
stehen.
Jetzt aber mal ein paar Infos zum Rennen: Kennt ihr das Gefühl? Ihr
schwimmt, lauft oder radelt los und alles tut von Beginn an weh. So erging
es mir irgendwie leider gestern beim Wettkampf.
Startschuss 6h30: Erst sind alle Männer einfach mal über mich drüber
geschwommen, um dann aber nach 100m kläglichst zu ertrinken. Ich verstehe es
ja nicht, Jungs. Wenn ihr doch die 3,8km nicht unter 55min schwimmen
könnt, dann schwimmt doch einfach mal gemütlich los. Na, auf alle Fälle bin
ich erstmal ein bisschen auf die linke Seite getaucht, um dann zum Überholen
anzufangen. Die Arme taten weh und ich dachte ich schwimme ne 56. Aber
nein ! Wir haben ja den perfekten Neo (Aquaman Bionik), der mich nach 52.30
min an Land gespült hat. Mit Nicole bin ich 2min 30 hinter Ute Mückel aufs
Rad. Nicole konnte ich gleich stehen lassen und machte mich auf Utes
Verfolgung.

Ab Km 20 aber bekam ich Krämpfe in den Oberschenkeln, die ich leider
auch nicht mit Essen und Trinken wegbekommen habe, so dass ich die Berge
bis zum Ende der Radstrecke immer in Schonhaltung hochfahren musste. Der böige Wind zehrte. Ich
wechselte als 2. hinter Belinda Granger zum Laufen, leider nur recht knapp
vor meinen Verfolgerinnen Ute Mückel und Heidi Jesberger. Beim Laufen
krampfte es bei jedem Schritt und Durchfall kam nach 10km auch dazu. Also,
ca. 10mal ab in die Büsche. Ich musste mich beim Laufen richtig quälen um
ins Ziel zu kommen. Nicole und Ute zogen natürlich vorbei. Mit 9h42 min. finishte
ich dann als 4. Eine passable Zeit, aber 3. wäre ich gerne gewesen.
Langdistanz ist Langdistanz.....

Anscheinend haben die letzten Wochen und die 3 guten Wettkämpfe doch ihre
Spuren hinterlassen. Ich war anscheinend nicht genug erholt. Während die Profis nach
jedem Wettkampf erst einmal ihre Beine hochlegen können, müssen wir arbeiten
gehen und uns um Haushalt und Kids kümmern. Hinsetzen und ausruhen war eben
in den letzten Wochen nicht. Also, für alle Amateure da draußen. Macht vor
euerer Langdistanz 3 Wochen vorher ein Kurzdistanz und legt beim Arbeiten
die Beine auf dem Tisch :-).
Haralds Rennen verlief ähnlich. Ca. nach 53min aus dem Wasser musste er sich
erstmal auf dem Rad noch vorne kämpfen, an Gruppen vorbei.

Als 8. konnte er
zwar zum Laufen wechseln, hatte aber nicht genug Vorsprung vor zwei größeren
Pulk hinter sich, und zudem hatte er zuviel Körner auf dem Bike gelassen, so
dass er auf Rang 15 durchgereicht wurde. Die ersten 5 Marathonkilometer
liefen noch passabel (4'15''-Schnitt). Aber dann plötzlich heftigste Krämpfe
im linken Oberschenkel und Wade. Keine Chance mehr einen adäquaten Laufstil
mit entsprechender Schrittlänge beizubehalten. Anschließend schaffte er nur
noch km-Splits zwischen 4'45'' und 5'15''. Zu wenig, um sich in diesem
Weltklassefeld gleichberechtigt zu behaupten. Schließlich beendete er das
Rennen in 8h49min.

Mit 3600 Athleten insgesamt und 2600 Athleten, die gleichzeitig die
Radstrecke bevölkerten, war es schon verdammt voll. Auf der Strecke,
windschattenanfällig fast wie zu besten Ironmanzeiten, ebenso auch bei der
Radabholung. Nichtsdestoweniger waren
die zahlreichen Helfer wieder hochmotiviert und die Organisation
(Verbesserungsansätze gibt es natürlich immer) gemessen an dem riesigen
Teilnehmerfeld und der damit verbundenen logistischen Herausforderung
bewährt erstklassig.
Eigentlich hatte ich gestern auch mehr Zuschauer an der Strecke erwartet.
Die in der Presse gemeldeten 130000 sind zweifellos krass übertrieben. Am
Solarer Berg herrschte natürlich wieder Tour de France-Atmosphäre, wie jedes
Jahr, aber sonst waren (rein subjektiv) eher weniger Zuschauer an der
Strecke, als im Vorjahr. Oder sind die etwa alle mit Lothar und der
Männerspitze mitgezogen ???
Heute ist noch Siegerehrung und dann geht es wieder nach Hause. Mit Chips
und fetten Würsteln werden wir uns dann erstmal erholen :-)
03.07.04 Der Countdown läuft
Morgen um diese Uhrzeit haben wir gerade das
Kanalwasser verlassen und sind zu unseren Race-Bikes gehetzt,
vorwärtsgetrieben wahrscheinlich von zigtausend Zuschauern. Bei dem Gedanken
daran bekomme ich jetzt schon eine Gänsehaut. Hoffentlich hält das Material.
Heike redet seit Tagen von fast nichts anderem. Plattfußphobie.
Es ist schon ein seltsames Gefühl: da hat man über 8
Monate auf diesen einen Tag hintrainiert, der Saisonhöhepunkt war immer
imaginär weit weg und jetzt ist er plötzlich fast da... die letzten
vorsichtigen Mini-Trainingseinheiten jeweils mit Antesten der angestrebten
Wettkampfgeschwindigkeit waren absolut zufrieden stellend. Die Form scheint
zu passen. Aber was heißt das schon? Bei dieser Konkurrenz
morgen, da kann man nur das Gefühl haben, zu wenig trainiert zu haben, immer
noch zu viel Körperfett mit sich rumzuschleppen... die Pros schauen alle so
austrainiert aus!
In den letzten Tagen hatten wir noch diverse
PR-Termine. Pressekonferenz, Autogrammstunde, Interview im Lokalfernsehen.
Triathlon in Roth hat einen Stellenwert ungefähr wie Fußball im Rest von
Deutschland. Jeder kennt die Stars der Szene. Uns auch. Aber trotzdem hat
man das Gefühl, dass die Veranstalter und Journalisten uns noch immer nicht
so hundertprozentig für voll nehmen, weil wir doch neben dem Triathlon auch
noch einem ehrlichen Beruf nachgehen. Heike wird eine Wiederholung der
Vorjahresplatzierung ebenso wenig ernsthaft zugetraut wie mir ein erneutes
Topten-Finish. Alle erwarten ein Duell von Belinda Granger und Nicole Leder
um den Sieg. Vielleicht behalten die "Experten" ja auch recht- die Welt wird
sich trotzdem weiter drehen- aber wir haben schon eine hohe Motivation, sie
eines Besseren zu belehren.
Hoffentlich wird es ein faires Rennen ohne
Windschattenproblematik.
Bitte drückt uns alle die Daumen!, dass wir
pannenfrei, gesund und am liebsten natürlich auch erfolgreich über die
Distanz kommen!
26.06.04
Bad Endorf-Chiemgau Thermen Triathlon
Am Samstag fand in Bad Endorf unser letzter
Kurztriathlon vor Roth statt. Harald startete bei der Deutschen
Meisterschaft der Ärzte und Apotheker und ich beim Chiemgau-Thermen
Triathlon. Insgesamt waren nur 250 Athleten am Start. Kein Wunder, wenn
gleichzeitig und nicht weit entfernt der Kurztriathlon am Schliersee
stattfand und heute, am Sonntag, der Rothsee-Triathlon.
Mittags, um 13 Uhr fiel für Harald und den Rest der
Ärzte und Apotheker der Startschuss am Pelhamer See. Harald hatte von Beginn
an keinen Druck. Weder beim Schwimmen, noch beim Radeln. Wenn man auf dieser
bergigen Radstrecke keinen Druck hat, ist man wirklich verratzt. Das Laufen
ging wieder gut, aber er konnte Uli Nieper nicht schlagen und beendete den
Wettkampf auf dem 2. Platz. Jetzt ist er richtig verunsichert, weil er Angst
hat mit solchen Beinen in Roth starten zu müssen. Ich glaube ja, dass er
diese Woche einfach zu wenig geschlafen und zu viel trainiert hat ! Wenn
Harald nicht in der Klinik war, saß er oft auf dem Rad. So auch am Tag vor
dem Wettkampf. Er fuhr insgesamt 85km und hat sich noch am leckeren,
ungesunden Buffet des medizinischen Symposiums bedient, was er ja
normalerweise vor Wettkämpfen nicht macht, schon gar nicht vor Roth.
Wettkampf schlecht - Analyse beendet - Erholung angesagt !!!!!
Mein Start erfolgte um 13.10 Uhr. Mittagshitze -
Mittagsmüdigkeit. Ich war auch nicht richtig gut, aber in Abwesenheit ernst
zunehmender Konkurrenz konnte ich mit 20 Minuten Vorsprung und einem 6.
Gesamtrang (unter den Männern) den Triathlon beenden. Das Schwimmen lief
schon schwer, beim Radeln brannten die Beine und beim Laufen schlurfte ich
so dahin. Die Grundform passt, deshalb war ich trotzdem schnell. Aber auch
ich habe die Woche noch mal ganz gut trainiert (Di 4,5km Schwimmen, Mi 1h +
2h30 im Regen radeln, Do 1h45, davon 1h im Ironman-Renntempo laufen, Fr
Powercranks 45min mit Wechsel Lauf 20min), was ich vor einem wichtigen
Wettkampf sonst nicht mache. Jetzt ist kein Training mehr angesagt, nur noch
Bewegung, sonst gehe ich nicht erholt an den Start in Roth.
Ergebnisse unter
www.bt-endorf.de
Ich muss nun schnell nach Übersee zum Sprinttriathlon.
Heute starten ein paar meiner Schüler in der Staffel. Wenn ich in
irgendeiner Staffel gebraucht werde, schwimme ich die 400m im Chiemsee......
Harald hat schon wieder Dienst in der Klinik.....
20.06.04
Zweiter Doppelsieg in Folge!!!
Heike dominiert mit über 6 Minuten Vorsprung die
Frauenkonkurrenz beim City-Triathlon in Erding ähnlich überzeugend wie im
Vorjahr bei ihrem Sieg über Nicole Leder. Das gleiche Kunststück gelingt
auch mir (=Harald), wenn auch nicht mit ganz so viel Vorsprung ("nur" um
die drei Minuten). Trotz sintflutartiger Regenfälle und für Mitte Juni
irrsinig kalter Temperaturen (aber so ein Wetter sind wir ja hier in den
Bergen langsam gewohnt, vor allem nach dem Winter und Frühjahr)
war's also schon wieder ein echter "funkfamily-celebration-day"!
10.06.04 Donautaltriathlon Folge 3 - Heikes Rennen
Am Tag vor unserem Start in die Saison fragte ich
mich wieder einmal, warum ich mir denn eigentlich ständig diesen Stress
antue. Irgendwie fehlte mir das "heiß sein" auf den kommenden Wettkampf. Das
Aufstehen um kurz vor 4 Uhr und die zweistündige Fahrt nach Eging am See zum
Schwimmstart fielen mir jedoch sehr leicht und die Aufregung stieg. Das
Einradeln zeigte schon das Profil der Radstrecke: viele Steigungen. Noch bis
vor 1 1/2 Jahren war für mich jeder Kieselstein ein kräftige Steigung. Ich
hasste Berge. Beim Radeln, wie beim Laufen. Mittlerweile fürchte ich mich
nicht mehr vor bergigen Radstrecken. Es hat also sein Gutes in den Bergen zu
wohnen.
9 Uhr: Schwimmstart. Ich kam super vom Start weg.
Kein Wunder bei nur 150 Teilnehmern war auch von vornherein kein Gedränge zu
erwarten. Ich war mit Harald ziemlich schnell alleine. Schon nach 50m hatte
ich in meinen Wettkampf gefunden. Die Bojen waren gut zu sehen, so dass ich
mich wirklich auf das Schwimmen konzentrieren konnte. Ich versuchte einfach
den Rückstand auf die Spitze nicht zu groß werden zu lassen. Am Schwimmziel
wäre ich gerne noch eine Runde geschwommen, um auszutesten wie sich die 3,8
km anfühlen. Aber da hätte ich ja nur Zeit verloren :-) Da ich Susanne
Buckenlei und Claudia Hille kannte, wusste ich, dass ich mir das heute nicht
leisten konnte :-) Mit Harald im Schlepptau - alter Lutsche - kam ich also
nach 27 min an Land. Der Weg zur Wechselzone war ca. 500m lang. Mein Rad
fand ich dank Neverreach Trinksystem sehr schnell. Neo ganz aus. Helm auf
und ab ging es auf die Radstrecke. Ich wurde vorher noch gewarnt, dass ich
heute bestimmt frieren würde, so nass wie ich auf das Rad stieg. Aber zum
Fönen war dann doch keine Zeit :-)
Bergauf, bergab, bergauf, bergab. Jedermänner
einsammeln. Die Radstrecke war zwar sehr bergig, aber die Straßen rollten
richtig gut. Keine Schlaglöcher oder sonstiges. Harald war nach 5km nicht
mehr zu sehen und als ich nach 19km auf die 3mal zu durchfahrene Runde
abbog, wurde es schon verdammt einsam. Die nächsten 21km war ich mir
teilweise überhaupt nicht sicher richtig gefahren zu sein. Keine Athleten
weit und breit. Mitte der 2. Runde überholte mich dann doch mal einer. Das
war es dann auch schon :-) Das Radfahren machte richtig Spaß. Heute waren
keine Gruppen unterwegs. Es war aber einsamer als bei einer Trainingseinheit
mit dem Wettkampfrad. In unserer Gegend trifft man wenigstens ab und zu ein
paar Mountainbiker. Ich versuchte nicht maximal zu fahren, da ich noch
vernünftig laufen wollte. Die vielen Steigungen taten in der 3. Runde
natürlich trotzdem weh. Mit Essen und Trinken hielt ich mich an mein
Vorhaben, diesen Wettkampf als Test für Roth zu sehen. Ich hatte am Ende der
Strecke das Gefühl das Tempo und die Distanz nochmal wiederholen zu können.
Nach insgesamt 3 Wettkampfstunden und auf
Gesamtplatzierung 5 kam ich in die 2. Wechselzone, die 25km vom Schwimmstart
entfernt an der Donau lag. Der Wechsel war echt schlecht. Ich kam nicht in
meine Nike Mayflys, wollte irgendwo in die Pampa rennen und legte auch noch
den Flaschengürtel verkehrt herum an. Zum Glück bekam ich zum Laufen aber
einen Führungsmountainbiker. Ab Km 1 konnte ich gut Druck machen. Nach dem
ersten Wendepunkt sah ich Susannne Buckenlei, ca. 6min hinter mir. Dahinter
gleich die nächste Frau. Über die wunderte ich mich, da ich wusste diese bei
km 75 überrundet zu haben. Als Harald mir als Erstplatzierter mit großem
Vorsprung entgegenkam freute ich mich und konnte mich beim Laufen auf Essen
und Trinken und Druck halten konzentrieren. Mein Ehrgeiz war es jetzt, nicht
mehr so viele Männer an mir vorbei ziehen zu lassen. Es überholten mich noch
4 und ich lief nach 4h23min, als Gesamt neunte ins Ziel. Auch nach dem
Laufen hatte ich noch das Gefühl, länger in diesem Tempo laufen hätte zu
können. Aber ich bin mir sicher in Roth werde ich dieses Gefühl nicht mehr
haben. Da sind 180km Radfahren und 42km Laufen einfach genug, egal in
welchem Tempo man da unterwegs ist :-).
Auch das Wetter wäre eigentlich optimal für eine
Langdistanz gewesen. Bewölkt, windig.....
Ich kann also mit dem Saisoneinstieg vollauf
zufrieden sein. Über die Kurzdistanz in Erding werde ich noch hinweg
trainieren.
Nach dem Wettkampf fuhren wir dann noch am Sonntag
nach Röthenbach zu meinen Eltern, die am Wochenende auf die Kids aufgepaßt
hatten und dabei auch ihren eigenen "Triathlon" zu bewältigen hatten mit
"hungrige Mäuler stopfen", Besuch im Dinopark und tags darauf Tiergarten.
Montag war dann für uns Regenerationstag mit Freibadbesuch mit den Kids in
Lauf. Fünf Stunden in der Sonne liegen, plantschen, Wasserrutschen, Lesen.
Puh, war das anstrengend. Manche verbringen so ständig ihrer Freizeit. Da
gehe ich lieber ein paar Stunden Radfahren oder Laufen. Am Dienstag sind wir
in Roth noch eine Challenge-Radrunde abgefahren, mit An- und Abfahrt aus
Katzwang waren das 150km und bei sommerlichen 30° Außentemperatur und einem
33er-Schnitt hintenraus durchaus anstrengend. Ich weiß gar nicht, wie, das
Märchen entstanden ist, daß die Rother Strecke schnell und flach ist. Die
Höhenmeter summieren sich und der Wind kommt meistens von vorne oder von der
Seite. In den nächsten Tagen werde ich noch versuchen eine lange Laufeinheit
mit Endbeschleunigung einzubauen. Heute gehen wir endlich mal wieder auf die
Bahn , um ein bisschen Tempotraining zu absolvieren und nachmittags werden
wir wohl einen Ausflug mit den Kids machen.
So, jetzt sind gerade alle Kinder wach geworden und
schreien nach Frühstück........
09.06.04
Also hier noch die gestern versprochenen
Zusatzinfos für alle, die in Otterskirchen nicht dabei waren.
Vielen
Dank an Alex und Clarissa für die Fotos
Die Mitteldistanz ist mir eigentlich von allen
Wettkampfdistanzen die liebste. Nicht so hektisch, wie eine Kurzdistanz, so
dass man sich schon mal kleinere Schwächephasen oder Wechselfehler leisten
kann, ohne dass gleich der ganze Wettkampf den Bach hinunter geht, aber auch
nicht so beanspruchend und erschöpfend wie eine Langdistanz, von der man nur
eine (im Profibereich vielleicht ausnahmsweise zwei) pro Jahr auf wirklich
hohem Niveau absolvieren kann. Kein Wunder, dass ich meinen ersten Sieg vor
10 Jahren bei einem "Halben Ironman" gefeiert habe (Erlangen) und dass mir
jetzt mit Heike zum ersten mal seit 9 Jahren ein Doppelsieg bei einem
Triathlon gelungen ist schließt in gewisser Weise den Kreis wieder. In den
vergangenen Jahren war es fast immer so, dass wenn der eine besonders gut
drauf war, der andere gewisse Schwächen offenbarte und dann langt es halt
"nur" zu Rang zwei oder drei statt zu "Eins"!
Eigentlich gibt's in Deutschland viel zu wenig
Mitteldistanzen! Hilpoltstein, wo wir im vergangenen Jahr dritter und erster
geworden waren, ist trotz hervorragender Resonanz seitens der Athleten und
der Presse mangels Sponsoren wieder vom Wettkampfkalender verschwunden
und da unsere Vorbereitung auf Roth so ähnlich aussehen sollte, wie im
vergangenen Jahr suchten wir nach einem zeitlich passenden alternativen
Event und wurden in Otterskirchen fündig.
Um das Fazit vorwegzunehmen: der Wettkampf wird
seinen Weg machen und sich weiter etablieren. In diesem Jahr gingen schon
doppelt so viele Teilnehmer an den Start, wie bei der Erstaustragung im
vergangenen Jahr und dank der reibungslosen Organisation, der man anmerkt,
dass hier mit den Paulis Athleten dahinter stehen, die wissen worauf es bei
einem Wettkampf aus Aktivensicht primär ankommt, wird dieser Trend sicher
auch in Zukunft anhalten. Gut sichtbare Markierungen auf der Schwimmstrecke,
korrekt ausgemessene Distanzen (z. B. keine "2km-Schwimmstrecke" bei der man
nach knapp 20 Minuten weltrekordverdächtig schon wieder aus dem Wasser
kommt!), an den Kreuzungen gut abgesicherte Radstrecke, reibungslose
Auswertung ohne Computerabstürze mit pünktlicher Siegerehrung.
Beim Studieren der Meldelisten vor dem Start war
ich zunächst mal irritiert. Insgeheim hatte ich auf möglichst wenig
Konkurrenz gehofft, so dass ich im Hinblick auf die Roth-Vorbereitung nicht
im Wettkampfeifer überpace, wollte aber natürlich schon möglichst weit vorne
landen, denn der erste Triathlon des Jahres hat immer eine gewisse
Signalwirkung für den Rest der Saison. Mit Norbert Langbrandtner war auch
ein hochklassiger Profi aus Österreich (zweiter beim Ironman Klagenfurt
2002, vierter beim Ironman Florida 2003) mit am Start. Ein Spaziergang im
Trainingstempo würde das also voraussichtlich nicht werden. Heike dagegen
war auch von der Papierform her klare Favoritin, hatte aber mit Susanne
Buckenlei eine starke Radfahrerin und mit Claudia Hille eine erstklassige
Läuferin im Nacken.
Startschuss im mit 16,8 °C angenehm temperierten
Eginger See um 9 Uhr. Einige fanden das Wasser kalt, aber im Trainingslager
waren wir in 14 ° kalten Wasser geschwommen und der Chiemsee hatte bis zum
Wochenende auch nicht mehr, so daß wir die o.g. Temperatur ehrlich als warm
empfunden. Das Schwimmen beendete ich mit Heike auf Rang Drei und Vier nur 1
Minute hinter der Spitze (Mutscheller und Langbrandtner, letzterer immerhin
ein Sub50-Schwimmer auf der Langdistanz!). Entweder haben wir über den
Winter gut trainiert oder/ und die neuen Aquaman-Bioniks sind einfach
schneller als die Anzüge, die wir letztes Jahr trugen...

Wir stiegen also zusammen auf die Bikes. Von da ab
kann ich über Heikes Rennen nicht mehr viel erzählen, da ich genug mit
meinem eigenen zu tun hatte und zum Glück genug Druck in den Oberschenkeln
hatte, mich von ihr rasch abzusetzen.
Nach 15 km hatte ich die Spitze erreicht. Da zahlte
es sich mal aus, dass ich begeisterter "Ergebnislistenstudierer" bin. Obwohl
ich noch nie bewusst ein Rennen direkt gegen Norbert Langbrandtner
bestritten hatte, kannte ich doch dessen Leistungsstruktur von den
Splitzeiten früherer Ironmans und rechnete mir schon während des Rennens
aus, dass ich auf den verbleibenden 70 km etwa 4-5 Min rausfahren musste, um
mit realistischer Chance auf den Gesamtsieg die Laufstrecke in Angriff
nehmen zu können.
Der Radparcours war durchaus schwer mit vielen
Höhenmetern (insgesamt 1000) und dummerweise auch noch mit Gegenwind am
einzigen flachen Teilstück unten entlang der Donau. Rasch konnte ich mich
von Langbrandtner absetzen. Ich hatte zwar nie das Gefühl so richtig schnell
unterwegs zu sein und schaffte es auch nie den km-Schnitt in bei anderen
Wettkämpfen beruhigende 40-plus-X-Regionen zu schrauben, aber den anderen
ging es anscheinend auch nicht besser und so war von Verfolgern bald nicht
mehr viel zu sehen. Da aber die avisierten 5 Minuten eine Menge Holz sind
versuchte ich mangels Informationen über die Größe des aktuellen Vorsprungs
den maximalen Raddruck bis zum Ende der zweiten Disziplin
aufrechtzuerhalten.
immer ein gutes
Zeichen, wenn man zu schnell für den Fotografen ist ;-)
Vielleicht war das im Hinblick auf den
abschließenden Lauf sogar ein wenig zuviel des Guten, denn zu Beginn des
abschließenden Laufs lief ich doch sehr unrund. Der Laufkurs war als flache
Pendelstrecke an der Donau entlang mit 2 Wendepunkten gestaltet, so dass man
ca. alle 5km Vorsprünge/ Rückstände checken konnte. Erst beim ersten dieser
Wendepunkte erfuhr ich dann mein Polster vom Radfahren: 9 Minuten!! Weit
mehr als erhofft und ein wirklich ziemlich komfortables Polster. Zwar
schaute Norbert Langbrandtner beim Entgegenlaufen noch ziemlich schnell aus
und holte auch wie erwartet noch einige Minuten auf, aber ernsthaft
gefährdet wurde mein Sieg zum Glück nicht mehr.
Perfekt wurde dieser Triathlon-Saisonauftakt durch
Heikes runde Leistung mit einer vor allem auch ausgezeichneten Laufleistung
von 1h24', die ihr ein Finish in den Männer-Top-Ten sicherte (9. overall, 13
Minuten Vorsprung auf die zweitplazierte Frau Susanne Buckenlei).
Insgesamt also ein erstklassiger Motivationsbooster
im Hinblick auf die abschließende Trainings- und Taperingphase vor unserem
Saisonhöhepunkt in Roth...
08.06.04 Doppelsieg beim Mitteltriathlon in Otterskirchen
Am Sonntag sind wir nun endlich in die
Triathlonsaison gestartet. Da wir keine Ligaverpflichtungen seitens des
Vereins haben, starteten wir gleich bei einem Triathlon über die
Mitteldistanz in Otterskirchen. Otterskirchen liegt übrigens kurz vor
Passau. Wer die Gegend dort kennt weiß, dass dort die Radstrecke nicht flach
sein konnte.....
Harald und ich konnten den Wettkampf erfolgreich
mit zwei ersten Plätzen beenden.
Da es heute schon sehr spät ist und wir gerade aus
Nürnberg zurückgekommen sind, werde ich morgen mehr schreiben.
Mehr Ergebnisse unter
www.isy-timing.de (beachtet bitte die
4. Platzierte Dame nicht, die ist nämlich eine Runde zu wenig geradelt !!!)
Gute Nacht !!!
01.06.04 beginnendes Wettkampf-Feeling: langsam wird
es ernst
Ich muss einfach noch mal auf das Wetter zu
sprechen kommen. Langsam könnte es doch mal ein bisschen Sommer werden.
Dieses Jahr haben wir zu 90 % Trainingseinheiten absolviert, die
wahrscheinlich eher der Abhärtung des Immunsystems dienten, als einen
Trainingsreiz zu setzen. Manche Athleten schreiben auf ihre homepage, wie
grauenhaft es war, als sie im Trainingslager einmal beim Radfahren nass
geregnet wurden. Ist ja furchtbar :-) Ich kann mich kaum an eine Einheit
erinnern, bei der ich nicht zugeschüttet oder eingeschneit wurde. Nehmen wir
meine Radausfahrt Sonntag vor einer Woche. Harald war krank. So wollte ich
mal mit meinem Wettkampfrad ein Runde fahren. Bei 5 Grad und Trockenheit bin
ich losgefahren. Nach 1h30min hat es mich zugeschneit und nach 1h45min bekam
ich ein kostenloses Gesichtspeeling in Form von Hagelkörnern. Durchweicht
und ausgekühlt kam ich nach 2h15min zuhause an. Letzten Sonntag war es dann
wenigstens so trocken, dass ich mein Wettkampfmaterial (Scheibe) einmal
testen konnte. Das hat dann umso mehr Spaß gemacht. Leute einsammeln, ab und
zu richtig schnell fahren......und das bei Sonnenschein. Die neuen Neos
haben wir auch im Chiemsee getestet. Dieser hat zwar erst 14 Grad. Aber
außer abgestorbenen Händen und Füßen und einer eingefrorenen Gesichtsmimik
war es richtig mollig in den Anzügen :-). Schwimmen muß man wider Erwarten
auch mit den neuen Bioniks noch, wenn man vorwärtskommen will, aber die
Paßform ist erstklassig. Kein Scheuern, keine "Wassereinbrüche" am Kragen
und vor allem kein beengendes Neoprenfeeling im Wasser. Und nach dem
Ausstieg aus dem Wasser fällt der Anzug fast von selbst vom Körper.
Jetzt habe ich erst einmal 2 Wochen Ferien. So
gönne ich mir mal die nötige Ruhe vor einem Wettkampf. Ich freue mich schon
auf die Mitteldistanz in Otterskirchen. Der Wettkampf hat gerade die
richtige Länge um sich auf eine Langdistanz vorzubereiten. Letztes Jahr war
es Hilpoltstein. Bin gespannt, wie es läuft. Hoffentlich gibt es keine
Pannen. Ist aufregend, wenn man schon viele Wettkampfergebnisse liest und
selbst noch keinen Triathlon in dieser Saison absolviert hat. Da stellt man
sich schon Fragen wie: Hat man genug Grundschnelligkeit, kann man sich genug
quälen, kommt man beim Schwimmen mit oder kriegt man gleich eins auf die
Mütze usw. Wird also spannend.......
Jetzt ist aber erst einmal Schwimmtraining
angesagt.