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Rettet das Hallenbad Unterwössen

 

In wenigen Tagen wird sich nach der Abstimmung über das Bürgerbegehren  das Schicksal des Unterwössener Hallenbades entscheiden. Als Familie mit drei kleinen Kindern, die alle leidenschaftlich gerne ins Hallenbad gehen, als aktive Leistungssportler im Triathlon (mehrfache und amtierende Deutsche Meister über die Langdistanz), als Grundschullehrerin und Schwimmtrainerin bei der SG Katek Grassau und als Arzt an einer orthopädischen Fachklinik (Medical Park Chiemsee) sehen wir uns von der vom Gemeinderat geplanten Schließung gleich in mehrfacher Hinsicht betroffen und bedroht. 

Auf die Bedeutung des Hallenbades als Touristenattraktion für Unterwössen gerade in der kälteren Jahreszeit und angesichts immer schneeärmerer Winter, die nach aktuellen Klimaprognosen auch in der Zukunft zu erwarten sind, wurde bereits an anderer Stelle ausführlich hingewiesen, so dass wir in diesem Leserbrief andere Aspekte ergänzend in die öffentliche Diskussion mit einbringen wollen. 

Als es uns vor 2 Jahren aus beruflichen Gründen in den Chiemgau verschlagen hatte, wurde die Wahl unserer neuen Wohnortes Unterwössen maßgeblich mitbeeinflusst durch das dortige Vorhandensein eines gut gepflegten Hallenbades, dessen Eintritt im Gegensatz zu den Spaßbädern in Prien und Reit im Winkl auch noch für eine große Familie erschwinglich war. Nach relativ kurzer Zeit wird die Richtigkeit der damaligen Entscheidung nunmehr in Frage gestellt. Einerseits herrscht in unserer Gesellschaft ein breiter Konsens über die positiven Wirkungen von körperlicher Bewegung sowohl in der Entwicklung von Kindern zum Vermeiden der sogenenannten Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Wirbelsäulenbeschwerden als auch im höheren Alter, wo gerade Schwimmen und Aquafitness allen anderen sportlichen Disziplinen hinsichtlich Gelenkschonung überlegen ist. Im Rahmen meiner ärztlichen Tätigkeit versuche ich gerade diesen Aspekt Patienten nach Wirbelsäulen, Hüft- und Knieoperationen praktisch nahe zu bringen und ermutige diese, auch nach Entlassung aus der stationären Behandlung ihre Gesundheit in Eigenverantwortung wahrzunehmen und regelmäßig im Sinne der Saekundärprävention zum Schwimmen, Aquajogging oder Aquafitnesstraining zu gehen. Ein Ratschlag, der in einer alternden Gesellschaft mit zunehmend höheren Kosten im Gesundheitswesen immer wichtiger wird, aber andererseits immer schwieriger umzusetzen ist, wenn aufgrund von Sparbemühungen der Gemeinden allerorten (auch in Aschau droht die Schließung des dortigen Hallenbades) die hierfür erforderliche Infrastruktur wegbricht. Das Geld das hier nach einer Schließung des Hallenbades unter Umständen kurzfristig gespart wird, muss mit Sicherheit langfristig vielfach an anderen Stellen des Gemeinwesens wieder ausgegeben werden, zum Beispiel für die Behandlung der oben genannten Krankheiten bei Kindern und Erwachsenen. 

Kaum auszudenken, was die Schließung des Hallenbades für die Sportler und Sportvereine aber auch für die Grund- und weiterführenden Schulen der Region bedeuten würde, die bisher für ihren Schulsport auf das Unterwössener Hallenbad angewiesen waren. Alternativen sind rar. 

Gleichwohl, die letzte Entscheidung ist noch nicht gefallen. Deshalb hier noch einmal der dringliche Appell an alle wahlberechtigten Bürger, am Sonntag auch zur Wahl zu gehen oder die Möglichkeit zur Briefwahl in Anspruch zu nehmen!

 

 Dr. med. Harald Funk

Stationsarzt an der Orthopädischen Fachklinik

Medical Park Chiemsee 

 

Heike Funk

Grundschullehrerin an der Grund- und Hauptschule Übersee

 

Und hier dann noch der Brief im Originallayout, so wie er dann abgedruckt wurde:

 

 

 

 

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